Osterholzer Kreisblatt vom 05.08.2009
"Der große
Trainingsaufwand hat sich gelohnt"
Karl-Heinz Marg wird Weltmeister
im Kugelstoßen der Senioren M70 /
Spannender Wettkampf in Lahti/Finnland
Von Carsten Spöring
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Osterholz-Scharmbeck.
Karl-Heinz Marg hat es geschafft, sein großes Ziel erreicht: Der Kugelstoßer
von der Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten (SOL) ist Weltmeister
in der Seniorenklasse M70. In Lahti/Finnland stieß Marg, der dem VSK
Osterholz-Scharmbeck angehört, die 4-Kilogramm-Kugel auf 14,93 Meter.
Allerdings bekannte er auch: "Es war spannend bis zum letzten Versuch". Der
Österreicher Franz Ratzer wurde nämlich für Marg zum erwartet härtesten
Konkurrenten. Der Zweikampf gipfelte darin, dass beide Stoßer am Ende die
gleiche Siegesweite aufwiesen - nur hatte der Osterholz-Scharmbecker mit
14,78 Metern die zweitbeste Weite vorzuweisen.
In der Qualifikation, zwei
Tage vor dem Endkampf auf den Kisapuisto-Sportanlagen ausgetragen, hatte der
Österreicher Ratzer seine Karten noch nicht aufgedeckt. Marg legte gleich
14,69 Meter vor und gewann mit deutlichem Vorsprung vor Ratzer, der "nur"
13,91 Meter stieß. Ebenfalls über 13 Meter kamen noch der Deutsche Roland
Heller (13,67) und der Finne Heikki Yli-Erkkilä (13,25). Marg dürfte aus
diesem Ergebnis zumindest seine Sicherheit für das Finale gewonnen haben.
Dieses Finale, im
beeindruckenden Stadion von Lahti ausgetragen - im Hintergrund die drei
Skisprungschanzen, die direkt im Stadion enden -, hielt für Marg zumindest
eine gute Serie bereit. Und er durfte nach Ratzer stoßen, vermochte somit zu
reagieren. Marg selbst begann den Wettkampf mit 14,75 Metern, schon eine
gute Weite. Doch im zweiten Versuch legte der Österreicher überraschend
14,93 vor. Und Marg? Er ließ sich nicht schocken - und kam in seinem zweiten
Versuch auf exakt die gleiche Weite.
Da Ratzer im ersten Versuch
nur 13,39 und im dritten Durchgang gepatzt hatte, lag Marg zu Beginn der
drei Versuche des Endkampfes also in Führung. Und auch hier hatte - der ein
Jahr jüngere- Ratzer vorzulegen. Doch wie er sich auch mühte (14,37 - 14,41
- 14,40), an die Leistung von Marg kam er doch nicht mehr heran. Der
Osterholz-Scharmbecker seinerseits schockte den Österreicher vielleicht auch
ein bisschen mit jedem besseren Ergebnis (14,59 - 14,49 - 14,78). Marg
wollte aber auch nicht verhehlen, dass ihm bis zuletzt die Angst im Nacken
gesessen hatte. Andererseits holte er sich immer wieder Unterstützung von
der Zuschauertribüne: Dort weilte Jens Arkenau vom TuS Huchting, der Marg
betreute ("Das war sehr wertvoll"). Marg hatte zuvor auch mehrere Male bei
Arkenau in Bremen trainiert.
Nach Ende des Wettbewerbs
machte sich bei dem Osterholz-Scharmbecker Erleichterung breit: "Es war -
auf Grund der Spannung und auch vom Erlebnis her - mein interessantester
Wettkampf". Zwei Stunden nach dem sportlichen Erfolg folgte gar noch eine
Steigerung in Sachen Erlebnis: Marg stand bei der Siegerehrung eben auf
Platz eins, es erklang die deutsche Nationalhymne - "ein wunderbares
Gefühl". Kein Wunder, dass der Senioren-Kugelstoßer in diesem Moment
dachte: "Der große Trainingsaufwand hat sich gelohnt, du hast dein Ziel
erreicht". Der Weltmeistertitel sei nun ein schöner Abschluss der Saison
2009 gewesen, die ihm den deutschen Meistertitel im Freien gebracht hatte
wie den Titel in der Halle. Auch bei den Hallen-Europameisterschaften in der
Halle stand Karl-Heinz Marg auf Platz eins. Und über 15 Meter hatte er
dieses Jahr auch wieder gestoßen. |