Osterholz-Scharmbeck (wag) Mit fast 600
Athletinnen und Athleten aus 98 Vereinen platzte die hochmoderne Leichtathletikhalle des
Jahnsportforums in Neubrandenburg bei den diesjährigen Norddeutschen
Hallenmeisterschaften der Männer, Frauen und Jugend fast aus allen Nähten. Trotz der
dadurch bedingten Zeitplanverschiebungen hatte das örtliche Ausrichterteam des
Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern mit viel Aufwand und Mühe stimmungsvolle
Titelkämpfe organisiert, für die sich die zahlreich erschienenen Athleten denn auch fast
zwangsläufig mit zum Teil hervorragenden Leistungen bedankten, in die
sich auch die kleine Abordnung der Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten (SOL)
einreihen konnte.
Mit einem Paukenschlag startete Holger Finke (SG Platjenwerbe) nur eine
Woche nach seinem zufriedenstellenden Saisondebut bei den Landes-Hallenmeisterschaften, wo
er mit dem Glasfiberstab 4,20 m übersprungen hatte. Nach überzeugenden Versuchen beim
Einspringen wählte er seine Anfangshöhe diesmal bei 4,30 m und meisterte diese im
zweiten Versuch auch sehr sicher, bevor dann gleich 4,50 m aufgelegt wurden. Aber auch
hier zeigte der 32-jährige Platjenwerber keinen Respekt und überquerte - erstmals in
seiner Laufbahn überhaupt - die Latte ebenfalls im zweiten Versuch und darf sich nun zum
engeren Favoritenkreis für die Deutschen Seniorenmeisterschaften Mitte Juli in Kevelaer
zählen.
Auch auf der 400 m-Strecke bestätigte Holger Finke in 52,72 Sek. als
zweitschnellster der fünf Osterholzer unter den insgesamt 25 angetretenen Viertelmeilern
knapp hinter SOL-Junior Andreas Grabau (52,65 Sek.) seine guten Trainingsergebnisse. Da
auch Grabau's Vereinskamerad Lars Wellbrock vom TV Hambergen in 54,08 Sek., Michael
Stehnken vom TSV Lesumstotel in 52,82 Sek. sowie der "gelernte" Mittelstreckler
Adrian Quickstern (VSK Osterholz-Scharmbeck) bei seinem ersten Start überhaupt auf dieser
Sprintstrecke in 54,52 Sek. aufsteigende Form bewiesen, sollte dem SOL-Junioren-Quartett
in der bevorstehenden Freiluftsaison die angestrebte Qualifikation für die Deutschen
Meisterschaften in der 4x400 m-Staffel gelingen.
Einen mutigen Schritt in diese Richtung wagte das Osterholzer
Junioren-Team in Neubrandenburg in einem schnellen Zeitlauf gegen die Favoriten vom LC
Cottbus und VfL Wolfsburg, als die beiden ersten Osterholzer Staffelläufer Andreas Grabau
und Michael Stehnken ohne Angst vor großen Wolfsburger Namen wie dem 100 m-Landesmeister
John Johnson oder dem Iraner A.Jemayai zeitweise sogar in Front lagen. Da mußten bei den
Volkswagenstädtern dann schon so bekannte Läufer wie André Volkmann und Lars Figura,
der deutsche Meister der letzten beiden Jahre "ran", um den VfL Wolfsburg
standesgemäß zumindest noch zum Vizetitel hinter dem LC Cottbus zu führen. In 3:32,91
Min. verfehlte das SOL-Quartett hinter der LG Braunschweig die Bronzemedaille nur um 44
Hundertstelsekunden und bestätigte die in der Vorwoche erzielte Zeit.
Nur um eine Hundertstelsekunde schrammte Siebenkämpferin Stephanie
Ringel (VSK Osterholz-Scharmbeck) auf der 60 m-Sprintstrecke an der Qualifikation für die
Deutsche Jugend-Hallenmeisterschaft vorbei. Gegenüber der Vorwoche verbesserte sie sich
damit um fast eine Zehntelsekunde auf 7,96 Sek. und konnte diese Zeit im Zwischenlauf mit
7,97 Sek. nochmals bestätigen, ohne damit allerdings in das Finale der acht schnellsten
Sprinterinnen einziehen zu können. Dafür hielt Stephanie sich mit einer weiteren
persönlichen Bestzeit über 60 m Hürden in 9,38 Sek. schadlos und beendete auch den
Weitsprung der weiblichen A-Jugend auf Platz sechs mit 5,59 Metern und einer
ausgezeichneten Serie von drei Sprüngen jenseits der 5,50 m sehr erfolgreich. Lediglich
im Hochsprung zeigte sie sich trotz des fünften Ranges mit der übersprungenen Höhe von
1,55 m nicht zufrieden.